Die Brustverkleinerung im Überblick

1. Die Anatomie der weiblichen Brust
2. Indikationen: Warum Brustverkleinerung?
3. Die Suche nach einem geeigneten Spezialisten und einer seriösen Klinik
4. Fragen an Ihren Arzt
5. Planung und Vorbereitung
6. Operationstechniken
7. Nachbehandlung
8. Risiken und Nebenwirkungen
9. Kosten/Kostenübernahme durch die Krankenkasse
10. Brustverkleinerung bei Kinderwunsch

1. Die Anatomie der weiblichen Brust

Die weibliche Brust (Mamma, Mehrzahl: Mammae) befindet sich vor dem großen Brustmuskel (M. pectoralis major) auf Höhe der 3.-6. Rippe. Sie besteht aus dem Drüsenkörper (Glandula mammaria) mit Milchgangsystem, Fettgewebe und kollagenem Stützgewebe.

Die Glandula gliedert sich in 10-20 Einzeldrüsen (Lobi). Diese werden bindegewebig unterteilt in Drüsenläppchen (Lobuli). Unter dem Einfluss des Hormons Prolaktin bilden sie Milch. Zu jedem Lobulus gehört ein Ausführungsgang (Ductulus lactiferus). Diese vereinigen sich zu 12-15 Hauptausführungsgängen (Ductus lactiferi), die über ein Milchsäckchen (Sinus lactifer) in die Brustwarze (Papilla mammaria, meist kurz: Mamille) münden, welche sich im Zentrum des Warzenhofs (Areola mammae) befindet.

Form und Größe der Brust, der Brustwarze und des Warzenhofs sind von einer Vielzahl an Faktoren abhängig und verändern sich im Verlauf des Monatszyklus sowie des Alters. Die Stillfähigkeit einer Frau ist von der Größe ihrer Brust unabhängig.

Um Veränderungen besser erkennen und lokalisieren zu können, wird die Brust in vier Quadranten unterteilt:

  • Oberer äußerer Quadrant
  • Unterer äußerer Quadrant
  • Oberer innerer Quadrant
  • Unterer innerer Quadrant

2. Indikationen: Warum Brustverkleinerung?

  • Makromastie/Gigantomastie

Viele Frauen träumen von einem üppigem Busen. Fakt ist jedoch: Weniger ist manchmal mehr – wer zu viel hat, hat oft mit großen Problemen zu kämpfen.

Die Brust stellt neben erogener Zone und sekundärem Geschlechtsmerkmal vor allem eines dar: Weiblichkeit. Aus diesem Grund fällt es vielen Frauen schwer, über die mit großer Oberweite einhergehenden Beschwerden, zu sprechen. Verspannungsbedingte Nackenschmerzen, BH-Träger-Einschnürungen auf den Schultern, Kopfschmerzen, Abweichungen der Statik und damit verbundene Gelenk- und Wirbelsäulenschädigungen, sowie rezidivierende Hautinfekte, wie beispielsweise Pilze, sind bloß einige der Dinge, mit denen großbusige Frauen zu kämpfen haben. Vielen von ihnen bietet eine Brustverkleinerung (Mammareduktion) die Möglichkeit, ihre Beschwerden nachhaltig hinter sich zu lassen.

Ob eine solche Operation indiziert ist, muss selbstverständlich individuell beurteilt werden.

  • Hängebrust

Die tägliche Einwirkung der Schwerkraft lässt nicht bloß die Bandscheiben schmaler werden, sondern verstärkt auch das Nachlassen der Spannkraft der Brust, sie verliert an Festigkeit und Form. Frauen mit großem Busen sind hiervon stärker betroffen. Das eigene Gewicht der Brust zieht sie herunter, lässt sie schlaff und optisch länger erscheinen.

Die Ausprägung der Hängebrust wird durch die Lage der Brustwarze im Bezug auf die Unterbrustfalte bestimmt:

  • Keine Hängebrust: Mittelpunkt der Brustwarze liegt mindestens 2 cm oberhalb der Falte (ideal: 5 cm)
  • Leichte Hängebrust: Brustwarzenmittelpunkt etwa auf Höhe der Unterbrustfalte
  • Deutliche Hängebrust: Brustwarze liegt unterhalb der Falte und zeigt nach unten

Hierbei wird die Brustverkleinerung meist in Kombination mit einer Bruststraffung (Mastopexie) durchgeführt, um überschüssige Haut zu entfernen.

  • Haltungsschäden und Rückenschmerzen

Diese Beschwerden stellen den mit Abstand häufigsten Grund für eine Brustverkleinerung dar.

Das Gewicht der (meist übergroßen) Brust zieht den Oberkörper nach vorn. Hierdurch befindet sich die Brustwirbelsäule dauerhaft in zu starker Beugung, was die Brustmuskulatur verkürzt und die Rückenmuskulatur, welche nicht stark genug ausgeprägt ist, um der Belastung standzuhalten, überdehnt. Beide bilden durch fehlerhafte Spannungszustände Muskelverspannungen (Myogelosen), welche im Gewebe als schmerzhafte kleine Knubbel tastbar sind. Um die starke Beugung der Brustwirbelsäule zu kompensieren, verfallen Hals- und Lendenwirbelsäule in übermäßige Streckung. So kommt es zusätzlich zu Nackenverspannungen – die auch durch einschneidende BH-Träger bedingt sind – sowie Schmerzen im unteren Rücken.

Eine übergroße Brust ist zudem bei vielen Aktivitäten des täglichen Lebens hinderlich. Außerdem ist sie zahlreichen Frauen unangenehm. Sie meiden Sauna, Schwimmbad und enge, tief dekolletierte Kleidung und nehmen eine gebeugte Körperhaltung ein, schieben die Schultern vor, um die große Brust zu verbergen.

Die Fehlstellung der Wirbelsäule wirkt sich negativ auf die Artikulation der Gelenke und die Belastung auf die Bandscheiben aus.

  • Asymmetrische Brüste

Durch genetische Veranlagung, Verletzungen oder Infektionen kann es sein, dass eine Brust wesentlich größer ist als die andere.

Erstere ist hier die häufigste Ursache. Da die Brüste aus zwei unterschiedlichen Milchleisten entstehen, ist eine Abweichung bei ihrer Entwicklung nicht selten.

Sämtliche Brüste weisen dadurch eine leichte, mit bloßem Auge nur schwer erkennbare Asymmetrie auf, sind einzigartig. Ist diese allerdings deutlich ausgeprägt, kann die Verkleinerung einer Brust (oder die Vergrößerung der anderen) indiziert sein.

  • Gynäkomastie

Durch hormonelle Fehlregulationen kommt es nicht selten vor, dass Männer einen weiblich erscheinenden Brustansatz aufweisen.

Wie Sie sich vorstellen können, gehen mit dieser Pathologie neben Schmerzen und Spannungsgefühlen psychologische Belastungen einher. Betroffene Männer schämen sich, wollen ihren Oberkörper in der Öffentlichkeit nicht entkleiden. Das Selbstbewusstsein sinkt, in der Partnerschaft entstehen Hemmungen.

Hier wird ebenfalls neben der eigentlichen Verkleinerung häufig eine Straffung des Hautmantels durchgeführt, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

  • Lipomastie

Die Fettbrust (Lipomastie) bezeichnet die häufigste Form der männlichen Brustvergrößerung. Man bezeichnet sie auch als „falsche Gynäkomastie“ oder „Pseudogynäkomastie“. Hierbei wird die Vergrößerung nicht durch Zunahme des Drüsen-, sondern des Fettgewebes hervorgerufen.

Die Ursachen reichen vielfältig von Alkohol- und Drogenkonsum, Übergewicht, Bewegungsmangel und Fehlernährung bis zu genetischer Veranlagung und Fettverteilungsstörung.

3. Die Suche nach dem richtigen Spezialisten und einer seriösen Klinik

Eine Brustverkleinerung stellt einen aufwendigen operativen Eingriff dar. Dieser bedarf eines erfahrenen Spezialisten. Wer eine Suche beginnt, wird feststellen, dass es eine schier überwältigende Auswahl an Ärzten und Kliniken gibt.

Eine seriöse Klinik erfüllt folgende Kriterien:

  • Ist nach § 30 der Gewerbeordnung als Privatklinik zugelassen
  • Wird von einem Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie geleitet
  • – Bei jedem chirurgischen Eingriff ist ein Anästhesist anwesend
  • Verfügt über ausreichend befähigtes Personal für Operation, Pflege und Nachsorge
  • Verfügt über Operationssäle mit intakter technischer Ausstattung sowie einen Aufwachraum
  • Weist Zertifizierungen zu Hygienestandards auf
  • Unterliegt ständigen Qualitätsprüfungen

Achten Sie bei der Auswahl eines Arztes auf Folgendes:

  • Wenden Sie sich an einen „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie“.Dieser ist mit der Materie vertraut und erfahren in Beratung und Behandlung von Patienten/innen, die sich eine Brustverkleinerung wünschen. Um den Titel „Facharzt“ zu erlangen, muss der Arzt: Eine fachspezifische Ausbildung von mindestens sechs Jahren absolvieren, zahlreiche Behandlungen eigenständig durchführen und die Facharztprüfung bestehen.

Renommierte Fachärzte sind hinzukommend Mitglieder medizinischer Fachverbände, wie beispielsweise der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC).

  • Neben dem nötigen Fachwissen, sollte ein Facharzt auch über Feingefühl und Sensibilität verfügen. Er sollte sich Zeit für eine individuelle Beratung nehmen, Sie eingehend zu Ihren Motiven befragen und Sie zu keiner Zeit zu einem Eingriff drängen. Außerdem muss er Ihre Wünsche ernst nehmen und sie umsetzen, aber auch in der Lage sein, unrealisierbare Vorstellungen zurückzuweisen. Hier ist es von Vorteil, sich Bilder von vergleichbaren Eingriffen zeigen zu lassen, um Vorher und Nachher zu vergleichen und das Endergebnis zu beurteilen.
  • Ebenso wichtig ist das Drumherum, die Rahmenbedingungen: Ist die nötige technische Ausstattung vorhanden? Ist die Nachsorge gewährleistet? Ist der Kostenvoranschlag nachvollziehbar?
  • Der wichtigste Punkt folgt zum Schluss: Achten Sie auf Ihr Bauchgefühl. Verlassen Sie die Praxis bzw. die Klinik mit einem guten Gefühl? Wenn dies zutrifft, sind sämtliche Prämissen, dass Sie ein befriedigendes Operationsergebnis erhalten werden, erfüllt.

4. Fragen an Ihren Arzt

In diesem Abschnitt finden Sie einige Fragen, die bei einem Beratungsgespräch mit einem Facharzt beantwortet werden sollten.

  • Ist eine Operation meiner Brust sinnvoll?
  • Mit was für einem Ergebnis ist zu rechnen? Ist dieses Ergebnis von Dauer?
  • Welche Operationstechnik wird empfohlen und warum?
  • Welche Erfahrung hat der Facharzt mit dieser Methode?
  • Lassen Sie sich den Ablauf der Operation anschaulich erläutern (Narkose, Schnittführung, Nahtmaterial, Drainage, Nachsorge, Heilung, Narben, etc.)
  • Welche Kosten entstehen? Wie sieht es mit einer Kostenübernahme durch die Krankenkasse aus?
  • Was ist hinsichtlich der Stillfähigkeit und einer möglichen Schwangerschaft zu beachten?
  • Welche Risiken und Nebenwirkungen bestehen?
  • Was ist im Bezug auf Medikamente, Ernährung und hormonbasierte Verhütung (z.B. durch die Pille) zu berücksichtigen?

5. Planung und Vorbereitung

Zuerst findet ein ausführliches Beratungsgespräch statt, bei dem auch Ihre bisherige Krankheitsgeschichte erfasst wird. Hier finden die Fragen Anwendung, die wir im vorherigen Abschnitt bereits aufgeführt haben. Es wird also der genaue OP-Verlauf beschrieben, inklusive Nachbehandlung, Risiken und Nebenwirkungen, und Ihnen werden Vorher-Nachher-Bilder vergleichbarer Eingriffe vorgelegt.

Es folgen Inspektion und Palpation der Brüste. Höhe und Durchmesser der Warzenhöfe, der Abstand zwischen Brustwarze und Unterbrustfalte, Brustumfang und –weite, sowie der Unterbrustumfang werden gemessen und dokumentiert. Außerdem werden fotografische Aufnahmen gemacht. Der Untersuchungsbefund wird dann mit Ihnen analysiert und diskutiert.

Da das Pensum der vermittelten Informationen enorm ist, empfiehlt es sich mindestens zwei Beratungsgespräche zu führen, bevor eine Operation stattfindet, um eventuell noch auftretende Fragen zu klären.

Zwei Wochen vor der Operation sollte wegen der Auswirkungen auf die Blutgerinnung auf Alkohol, Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin) und Vitamin C verzichtet werden. Das Rauchen ist auf nicht mehr als fünf Zigaretten täglich zu beschränken.

Vor der Operation wird, neben den für jeden Eingriff üblichen Untersuchungen, eine Mammographie durchgeführt, um sich mit der Struktur des Brustgewebes vertraut zu machen. Direkt vor der Brustverkleinerung wird im Stehen die genaue Schnittführung angezeichnet. Zu Dokumentationszwecken wird außerdem ein Foto angefertigt.

6. Operationstechniken

Um auf unterschiedliche Formen der weiblichen Brust einzugehen und ein optimales Ergebnis zu erzielen, bedarf es einer Vielzahl an Operationsmethoden. Im Folgenden schildern wir Ihnen gängige Techniken, sowie ihre Vor- und Nachteile.

O- oder Benelli-Technik

  • Schnitt: Kreisrund um die Brustwarze
  • Vorteile: Brustwarze wird meist nicht versetzt, Narben sind nahezu unsichtbar, Stillfähigkeit sowie Sensibilität werden gewahrt
  • Nachteile: Ästhetisches Ergebnis nicht immer zufriedenstellend (Brüste oder Brustwarze könnten flach wirken)

I- oder Lejour-Technik

  • Schnitt: Um den Warzenhof und dann senkrecht nach unten
  • Vorteile: Narbenbildung gering, Stillfähigkeit sowie Sensibilität bleiben erhalten
  • Nachteile: Lange Heilungsdauer (bis zu neun Monate), technisch höchst anspruchsvoll, in wenigen Fällen verheilt die senkrecht nach unten geführte Narbe nicht richtig, eine Narbenkorrektur kann erforderlich sein

T-, Anker-, Strömbeck- oder L-Technik

  • Schnitt: Um den Warzenhof, senkrecht nach unten und dann die Brustumschlagfalte entlang (bei der L-Technik nur entlang der Hälfte der Falte)
  • Vorteile: Höchst bewährte Technik, auch bei umfangreichen Brustverkleinerungen geeignet
  • Nachteile: Lange Heilungsdauer (bis zu neun Monate), größere und damit sichtbare Narben, in wenigen Fällen verheilt die senkrecht nach unten geführte Narbe nicht richtig, eine Narbenkorrektur kann erforderlich sein, sollte die Brustwarze vom Drüsengewebe getrennt werden, ist eine Beeinträchtigung von Sensibilität und Stillfähigkeit im Bereich des Möglichen

Verkleinerung nach Hall-Findley

  • Schnitt: Kreisrund um die Brustwarze. Es wird ein zentraler Stiel (= Block aus Drüsen- und Fettgewebe) gewählt, die Brustwarze bleibt also im Inneren mit dem Drüsenkörper verbunden, was Nerven- und Blutversorgung der Brustwarze, ebenso wie die Milchproduktion, sicherstellt.
  • Vorteile: Eignet sich für nahezu alle Formen und Größen der Brust, besonders schonend, auf Drainagen kann meist verzichtet werden
  • Nachteile: Von wenigen Ärzten ausgeübt, da ein immenses Maß an Qualifikation und Erfahrung von Nöten ist

Während der Operation steht die Patientin unter Vollnarkose, eingeleitet von einem Facharzt für Anästhesie, welcher während des gesamten Eingriffs anwesend bleibt. Die Dauer der Brustverkleinerung beträgt etwa 2-4 Stunden.

7. Nachbehandlung

Die nach dem Eingriff gelegten Drainagen, welche das Wundsekret abfließen lassen und größere Blutergüsse vermeiden, werden in der Regel nach zwei Tagen entfernt. Ein zwei- bis siebentägiger Krankenhausaufenthalt wird empfohlen. Am siebten Tag werden die Fäden teilweise, am vierzehnten dann vollständig entfernt.

Nach drei bis vier Wochen sind die Patientinnen wieder vollständig arbeitsfähig.

Während der ersten Wochen ist es ratsam in Rückenlage zu schlafen und ein wasserundurchlässiges Duschpflaster zu tragen, um die Wunden nicht unnötig zu belasten. Mindestens sechs Wochen sollte ein spezieller Stütz-BH getragen werden, und zwar Tag und Nacht. Sportliche, die Brust- und Armmuskulatur beanspruchende Aktivitäten (z. B. Golf, Tennis, Squash) sind, ebenso wie Sauna- und Solarienbesuche und Flugreisen, während dieser Zeit zu vermeiden.

Kommt es zu Wundheilungsstörungen, werden Nachbehandlungen nötig. Hin und wieder sind auch operative Korrekturen möglich, falls beispielsweise die Form der Brust, die Lage der Brustwarzen oder die Narbenheilung verbesserungswürdig sind. Im Regelfall dauert es drei bis vier Monate, bis die Schwellungen vollständig abgeklungen sind und das Ergebnis der Brustverkleinerung zur Gänze sichtbar wird. Im Laufe der folgenden ein bis zwei Jahre verschwinden die Narben und damit einhergehende Verhärtungen.

8. Risiken und Nebenwirkungen

Eine Brustverkleinerung ist ein schwerwiegender Eingriff, noch mehr sogar, als eine Brustvergrößerung.

Häufig treten leichte Wundschmerzen und vorübergehende Sensibilitätsstörungen der Brustwarzen auf. Mit Schwellungen und Blutergüssen ist ebenfalls zu rechnen. Außerdem kann es, wie bei jeder Operation, zu Wundheilungsstörungen und Nachblutungen kommen. Eine möglicherweise auftretende Infektion kann durch Antibiotika behandelt werden.

In Einzelfällen kann auch die Stillfähigkeit beeinträchtigt sein. Ebenso ist bei einer Versetzung der Brustwarzen ihr Absterben nicht auszuschließen. Des Weiteren können verzogene Brustwarzen, Narbenwucherungen, eine Asymmetrie der Brüste sowie Fettgewebsnekrosen (durch mangelnde Blutversorgung degeneriert das Gewebe) auftreten. In seltenen Fällen können Thrombosen und Embolien entstehen.

9. Kosten/Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Bei einer Brustverkleinerung handelt es sich in den meisten Fällen neben einem ästhetischen Eingriff um eine Operation von medizinischer Berechtigung. Um die durch zu große oder übermäßig asymmetrische Brüste ausgelösten Beschwerden dauerhaft signifikant zu verbessern, muss ihre Ursache, also ebendiese, behoben werden.

Liegt eine nachzuweisende Indikation vor, können die Kosten bei der Krankenkasse eingereicht werden. Dies beurteilt der Arzt anhand des Untersuchungsbefundes. Es ist außerdem möglich, bei Schädigungen des Halteapparates ein Gutachten eines Orthopäden einzuholen. Dasselbe gilt für das Gutachten eines Psychiaters bei starker psychischer Belastung. Die Kasse setzt sich dann mit dem individuellen Fall auseinander und genehmigt die Kostenübernahme, wenn sie zu demselben Schluss kommt, wie der Facharzt. Es ist empfehlenswert, sich so früh wie möglich mit der Krankenkasse in Verbindung zu setzen, sollte eine Brustverkleinerung in Erwägung gezogen werden.

Handelt es sich hingegen um eine Operation, die allein das subjektive Körpergefühl verbessern soll, müssen die Kosten von der Patientin selbst getragen werden.

Sollte die Krankenkasse den Antrag auf Kostenübernahme ablehnen, gibt es verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten: direkte Ratenzahlung, Teilzahlung über Partnerbanken der Klinik sowie spezialisierte Kreditinstitute oder ein Bankkredit können bei der Zahlung helfen.

Was kostet nun eigentlich eine Brustverkleinerung?

Die Kosten hängen von einer Vielzahl verschiedener Faktoren ab und betragen in Deutschland durchschnittlich 4.000-7.500 Euro. Beeinflussende Faktoren sind beispielsweise das zu reduzierende Brustgewicht sowie die Operationsmethode. Gegebenenfalls kommen die Kosten einer Straffung der Brust hinzu. Jeder Arzt kalkuliert unterschiedlich und integriert verschiedene Leistungsangebote in seinen Kostenvoranschlag. Es ist demnach empfehlenswert sich mehrere Angebote einzuholen und die Preise und Leistungen zu vergleichen.

Die Kosten beziehen sich auf:

  • Vorbereitende Leistungen (Beratungsgespräche, Untersuchungen, Laborkosten)
  • Operativer Eingriff (OP-Saal, Geräte, Chirurgen-, Anästhesisten- und OP-Team-Honorar, Medikamente)
  • Nachsorge (Klinikaufenthalt, Stütz-BH, Nachuntersuchungen)

Natürlich gibt es, besonders im Ausland, reihenweise Billigangebote, doch lassen Sie sich dazu nicht verlocken! Ein zertifizierter Chirurg, der nach neuesten Methoden und auf höchstem Niveau arbeitet, kostet gutes Geld, ist dieses jedoch wert.

10. Brustverkleinerung bei Kinderwunsch

Bei dem Wunsch in naher Zukunft ein Kind zu bekommen, ist es ratsam, die Brustverkleinerung noch aufzuschieben. Während der Schwangerschaft verändern sich durch die hormonelle Aktivierung des Drüsengewebes die Brüste. Sie könnten also ihre durch die Operation erlangte Form wieder verlieren, sodass ein zweiter Eingriff nötig wäre, um sie wiederherzustellen.

Wenn die Familienplanung allerdings noch in weiter Ferne liegt oder bereits abgeschlossen ist, ist eine Verkleinerung problemlos durchführbar. Halten Sie sich jedoch vor Augen, dass bei Ersterem die Schwangerschaft ebenfalls zu Formveränderungen des Drüsengewebes und damit der Brüste führen kann, und jede Reduktionsplastik (abhängig von der Operationstechnik) eine Beeinträchtigung der Stillfähigkeit bedeuten könnte.

Sollten Sie also eine Brustverkleinerung in Erwägung ziehen, lassen Sie sich ausführlich beraten und, das ist das Allerwichtigste: Nehmen Sie sich Zeit!