Wissenswertes zur Brustvergrößerung

Für eine Brustvergrößerung gibt es verschiedene Gründe. Neben dem Wunsch nach einer Verbesserung der Körperform können auch Brustasymmetrien und der Verlust von Brustvolumen nach Schwangerschaft und Stillzeit Gründe für eine Brustvergrößerung sein.

Die Brustvergrößerung (Brustaugmentation) gehört zu den häufigsten operativen Eingriffen der ästhetisch-plastischen Chirurgie.

Inhaltsverzeichnis

1 Beratung im Vorfeld – sinnvoll und wichtig
2 Methoden der Brustvergrößerung
2.1 Brustvergrößerung mit Implantaten
2.2 Brustvergrößerung mit Hyaluronsäure
2.3 Brustvergrößerung mit Eigenfett
3 Wissenswertes zu Implantaten
4 Ablauf der Brustvergrößerung
4.1 Vor dem Eingriff
4.2 Der Eingriff
4.3 Nach dem Eingriff
5 Risiken der Brustvergrößerung
6 Kosten einer Brustvergrößerung

1 Beratung im Vorfeld – sinnvoll und wichtig

Interessiert sich eine Frau für eine Brustvergrößerung, ist der erste wichtige Schritt ein Beratungsgespräch mit dem behandelnden Arzt. Zunächst muss abgeklärt werden, ob es aus medizinischer Sicht Einwände gegen den Eingriff gibt. Hierfür werden auch körperliche Untersuchungen durchgeführt.

Bereits im Rahmen des Beratungsgesprächs kann der Arzt anhand der anatomischen Gegebenheiten und der individuellen Wünsche der Patientin die geeignetste Methode für den Eingriff wählen. Auch die ausführliche Aufklärung über Risiken gehört zur Beratung, die Patientin kann hier zudem ganz gezielt Fragen stellen.

Ein gutes Beratungsgespräch ist für den erfolgreichen Verlauf der Operation und das gewünschte Ergebnis entscheidend, denn der Arzt muss das medizinisch Machbare und die Erwartungshaltung der Patientin schon im Gespräch miteinander verbinden.

Dank modernster 3D-Technologie kann ein individuelles Vorher-Nachher-Bild angefertigt werden. Mithilfe des Simulators lässt sich auch das passende Implantat finden.

2 Methoden der Brustvergrößerung

Implantate sind immer noch die traditionelle Wahl für die Brustvergrößerung. Allerdings gibt es mittlerweile auch Alternativen. Es handelt sich dabei um folgende minimal-invasive Methoden:

  • Volumenaufbau mit Hyaluronsäure
  • Volumenaufbau mit Eigenfett

2.1 Brustvergrößerung mit Implantaten

Bevor das Implantat in der Brust platziert wird, muss eine Entscheidung über den Zugangsweg und die Lage getroffen werden. Der Zugang kann über die natürliche Hautfalte unter der Brust, über die Achsel oder über die Brustwarze erfolgen. Die Technik wird nach Form und Größe der Brust, des Warzenhofs und nach Implantatgröße gewählt.

Je nach Form und Größe der Brust sowie Beschaffenheit von Weichteil- und Drüsengewebe erfolgt die Platzierung des Implantats vor oder hinter dem Brustmuskel.

Inframammärer Zugang (über die Hautfalte unter der Brust)

Unter der Brust schneidet der Chirurg eine etwa 3 bis 4 cm lange Öffnung in die Hautfalte und kann dann das Implantat einfach und sicher unter oder über den Brustmuskel schieben. Bei dieser Technik handelt es sich um die bislang gängigste Operationsmethode.

Axillärer Zugang (über die Achsel)

Durch einen etwa 3 cm langen Schnitt in der Achsel tunnelt der Chirurg einen Minitrichter bis zur Brust und platziert das Implantat unter oder über dem Brustmuskel. Auch wenn diese Technik für den Chirurgen recht unübersichtlich ist, bleiben bei der Patientin kaum sichtbare Narben zurück.

Periareolärer Zugang (über die Brustwarze)

Der Chirurg setzt um den Brustwarzenhof einen halbmondförmigen Schnitt und platziert das Implantat in eine präparierte Tasche, in der Regel auf den Brustmuskel. Vor allem bei kleinen Implantaten oder leeren Kissen, die nachträglich gefüllt werden sollen, ist diese Methode sinnvoll. Zwar ist der Eingriff verglichen mit den beiden anderen Techniken recht schwierig, hat aber den Vorteil, dass die Narbe so gut wie unsichtbar bleibt.

2.2 Brustvergrößerung mit Hyaluronsäure

Eine Brustvergrößerung mit einer speziell entwickelten Hyaluronsäure gilt als sehr schonend und risikoarm. Bei der Substanz handelt es sich um einen gelartigen Gewebefüller, der der körpereigenen Hyaluronsäure sehr ähnlich ist. Sie ist also gut verträglich und weist eine maximale Verweildauer im Körper auf. Bei dem Eingriff wird das Hyaluronsäure-Gel direkt an der gewünschten Stelle injiziert, wo es für lang anhaltenden Volumenaufbau sorgt. Es wird somit eine Vergrößerung der Brüste um etwa eine Körbchengröße und eine gleichzeitige Straffung möglich. Für die dauerhafte Erhaltung des Ergebnisses ist ein Nachspritzen von Hyaluronsäure in bestimmten Abständen sinnvoll.

2.3 Brustvergrößerung mit Eigenfett

Seit den 90er-Jahren kommt der Volumenaufbau mit körpereigenen Fettzellen bei der Brustvergrößerung zum Einsatz. Bei dieser Methode wird körpereigenes Fett entnommen und dann direkt unter die Brusthaut gespritzt. Durch neuere Forschungen lassen sich dem Fett inzwischen auch Stammzellen beimischen, durch die sich mit der Zeit neue Blutgefäße bilden. So soll gewährleistet werden, dass die Lösung sicher in das Gewebe einwächst und ein dauerhafter Volumenaufbau erreicht wird. Der Eingriff ist minimal-invasiv und eignet sich vor allem bei asymmetrischen oder kleinen Brüsten sowie zur Modellierung hängender Brüste.

3 Wissenswertes zu Implantaten

Es gibt bei Implantaten mittlerweile eine große Auswahl. Sie unterscheiden sich vor allem hinsichtlich

  • Größe
  • Form
  • Außenwand
  • Füllmaterial

Die Wahl der richtigen Größe hängt vor allem von der gewünschten Körbchengröße, der Struktur und Menge des Brustgewebes, der Beschaffenheit von Brusthaut und Brustdrüsen sowie der Form des Brustkorbs ab.

Bei den Implantaten kann zwischen zwei Formen gewählt werden:

  • runde Implantate
  • anatomische Implantate

Bei der Verwendung von runden Implantaten wird der obere Anteil der Brust wie bei einem Push-up-BH nach oben gewölbt, was die Brust voll aussehen lässt. Allerdings lässt sich vor allem bei unbekleideten Frauen oft erahnen, dass ein Implantat eingesetzt wurde.

Anatomische Implantate weisen eine Tropfenform auf. Der untere Teil des Implantats ist dabei mehr gefüllt als der obere Teil. Das Implantat folgt dabei naturgegebenen Linien des Körpers. Der Nachteil: Kommt es zu einem Verrutschen oder Drehen des Implantats, wirkt die Brust nicht mehr natürlich.

Die Außenwand eines Brustimplantats ist in der Regel doppelwandig und besteht aus Silikon. Durch die doppelte Hülle soll ein hoher Schutz vor Rissen gewährleistet werden. Außerdem trägt sie zu einem besseren Ergebnis bei Form und Gefühl bei. Die Oberfläche kann glatt oder texturiert sein. Zum Einsatz kommen in der Regel texturierte Implantate, denn die angeraute Oberfläche verringert das Risiko einer Kapselfibrose.

Gefüllt sind Brustimplantate entweder mit einem Silikongel oder einer Kochsalzlösung. Selten wird auch Hydrogel verwendet. Sowohl optisch als auch gefühlsmäßig werden mit diesen Materialien die besten Ergebnisse erzielt.

4 Ablauf der Brustvergrößerung

4.1 Vor dem Eingriff

Vor dem Eingriff wird zur Feststellung möglicher Veränderungen im Gewebe in der Regel eine Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchung und auch eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Patientinnen sollten für einen Zeitraum von etwa 14 Tagen möglichst auf Alkohol, Nikotin und Schlafmittel verzichten. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln, die zu einer Verzögerung der Blutgerinnung führen, sollten vermieden werden.

4.2 Der Eingriff

Eine Brustvergrößerung dauert etwa ein bis zwei Stunden und wird in aller Regel stationär unter Vollnarkose durchgeführt. Sämtliche Vorsorgeuntersuchungen sowie das Narkosegespräch mit dem Anästhesisten erfolgen vorab in der Klinik. Je nach Größe des Eingriffs ist ein stationärer Aufenthalt von ein bis maximal drei Tagen notwendig.

4.3 Nach dem Eingriff

Nach etwa einer Woche ist die volle Arbeitsfähigkeit im Normalfall wiederhergestellt, schwere körperliche Arbeiten sollten jedoch erst nach sechs bis acht Wochen wieder aufgenommen werden.

Sobald die Verbände und Fäden entfernt sind, sollte in den ersten vier Wochen rund um die Uhr und für weitere zwei bis drei Wochen tagsüber ein BH getragen werden. Dieser muss optimal sitzen, die Brust polstern und stützen und darf sie weder einengen noch stark anheben. Wonderbras sollten generell in den ersten drei Monaten nach dem Eingriff nicht getragen werden.

Nach der Brustvergrößerung kann es zu mehr oder weniger starken Schwellungen und Blutergüssen kommen. Dies ist völlig normal und geht innerhalb weniger Tage bis Wochen zurück. Die Narben verblassen im Laufe der Zeit. Nach etwa sechs bis neun Monaten lässt sich das endgültige Ergebnis beurteilen, weitere Behandlungen sind nicht mehr notwendig.

5 Risiken der Brustvergrößerung

Für einen erfahrenen Chirurgen ist eine Brustvergrößerung inzwischen zu einem Routine-Eingriff geworden. Dennoch handelt es sich um eine Operation, die auch mit Risiken verbunden ist.

Auch wenn eine Brustvergrößerung in der Regel ohne größere Komplikationen verläuft, können in seltenen Fällen dennoch unerwünschte Reaktionen auftreten.

Die sogenannte Kapselfibrose ist die wohl gefürchtetste Reaktion nach einer Brustvergrößerung. Im natürlichen Heilungsverlauf bildet sich um das Implantat eine weiche Kapsel aus Bindegewebe. Kommt es jedoch zu einer Verhärtung oder Verdickung dieser Kapsel, sind Schmerzen, eine Verlagerung des Implantats oder eine Verformung der Brust die Folge.

Eine Kapselfibrose kann dabei jederzeit auftreten und eine oder auch beide Brüste betreffen. Die Symptome einer solchen Verhärtung bzw. Verdickung sind sehr vielfältig. Bei folgenden Beschwerden sollte der behandelnde Arzt aufgesucht werden:

  • Spannungsgefühl und Schmerzen in der Brust
  • Veränderung der Implantatform und Verformung der Brust
  • Verdrehung oder Verschiebung des Implantats
  • harte, tastbare Kapsel
  • Faltenbildung und Brustasymmetrien

Je nach Schweregrad der Kapselfibrose wird diese unterschiedlich behandelt.
Oft hilft ein sogenannter Fibrosenschnitt, bei dem das Kapselgewebe eingeschnitten wird und das Implantat wieder mehr Platz erhält.
Durch Ultraschallwellen können ebenfalls bestehende Fibrosen aufgelöst werden, sofern sie nicht extrem ausgeprägt sind.
Schwere Kapsefibrosen werden in der Regel mit einer erneuten Operation behoben, indem das Implantat entfernt und ein neues eingesetzt wird.

Weiter Komplikationen können eine Gefühlsbeeinträchtigung der Brustwarzen, Störungen der Wundheilung, Infektionen oder auch Blutergüsse sein. Ist der Verlauf dieser Komplikationen schwerwiegend, kann eine Entfernung des Implantats notwendig werden.

6 Kosten einer Brustvergrößerung

Die Kosten für eine in Deutschland durchgeführte Brustvergrößerung liegen in der Regel zwischen 4.000 und 7.000 EUR. Auf den Preis nehmen Operationstechnik sowie Größe und Material des Implantats Einfluss. Welche Kosten genau auf die Patientin zukommen, kann also nur der behandelnde Arzt sagen.

Handelt es sich lediglich um ästhetische Gründe, weshalb die Brustvergrößerung durchgeführt werden soll, müssen sämtliche Kosten im Zusammenhang mit dem Eingriff (auch Zusatzkosten durch Nachbehandlungen und bei Komplikationen) von der Patientin getragen werden.

Liegt eine medizinische Indikation für die Brustvergrößerung vor, wie es beispielsweise nach einer Krebsoperation der Fall ist, werden sämtliche Kosten üblicherweise von der Krankenkasse übernommen.